Transsib Irkutsk – Ulan Bator / Am Gänsesee entlang

Unser Transsib Abenteuer geht weiter! Auf unserer zweiten von drei Etappen, von Irkutsk bis Ulan Bator, stehen uns 26 Stunden und 38 Minuten Fahrt mit 1 Übernachtung im Zug bevor und 1´121 Kilometer.

Ganz gespannt, auf welche Abteilgenossen wir wohl dieses Mal treffen, warten wir auf die Einfahrt des russischen Transsib Zuges Nr.6. Es scheint als wären wir die einzigen die in aller Herrgottsfrühe in Irkutsk zusteigen wollen, das Perron ist menschenleer. Endlich, der Zug trifft ein! Dann steigt, wie üblich, zuerst die Provodniza aus… die Provodniza? Nein sie ist ja ein Mann! Ziemlich baff zeigen wir „ihm“ unsere Tickets und nicht mal so unfreundlich weist er uns das Abteil zu. Der erste Eindruck täuscht nicht, in unserem Wagen sind praktisch alle Abteile leer und so haben wir eines ganz für uns allein! Nachdem uns „die Provodniza“ 😉 frische Decken und Bezüge verteilt hat, legen wir uns nochmals kurz aufs Ohr. Es ist uns zwar fast etwas langweilig so ohne lustige Mitreisende dafür können wir in Ruhe und ohne störende Geräusche (und Gerüche) einschlafen! Da es im ganzen Wagen so ruhig ist verschlafen wir doch glatt den Streckenteil der am Baikal entlang führt! Naja! Bleibt uns halt eine letzte Bewunderung vergönnt.

Manu bewacht das Abteil_P1000681Wach und frisch gestärkt mit Kaffee und einem Nutellabrötchen aus unserer Provianttasche bestaunen wir die wieder einmal sehr abwechslungsreichen Landschaften die an uns vorüberziehen. Schon bald zeigt sich Ulan Ude, die Hauptstadt der Republik Burjatien, von der „schönsten“ Seite. Unzählige Industriekamine qualmen vor sich hin und „versmogen“ uns die Sicht auf die Stadt! Langsam aber stetig schlängelt sich der Zug um die Stadt, gewinnt an Höhe und wir können Ulan Ude und den Smog aus mehreren Blickwinkeln betrachten.

Was für ein Qualm_P1000688Rauchende Schlote_P1000690Ulan Ude Ach du schöne Stadt_P1000694Die Idylle trügt_P1000700Smog Smog Hurra_P1000706Nachdem wir diese „schöne“ Stadt hinter uns gelassen haben, zweigt die Strecke in die Mongolei ab und wir fahren an einem wunderschönen, grossen, zugefrorenen See vorbei. Wieder einmal sehen wir viele Eisfischer am Werk und auch Autos die über den See fahren. Das wäre jetzt ein Erlebnis! Wie wir etwas später herausfinden heisst dieser See Gänsesee.

Ein kleiner Teil des Gänsesees_P1000713Der Gänsesee wie gemalt_P1000720abwechslungsreiche Landschaft_P1000721Die Mongolei naht_P1000727Morgen sind wir in der Mongolei_P1000738Schon bald rückt die Grenze zur Mongolei näher und wir treffen um 13.08 Uhr Moskau-Zeit, aber 18.08 Uhr Irkutsk-Zeit (Lokal-Zeit) in Nauschki, dem russischen Grenzbahnhof ein. Alles klar? 😉 Dort heisst es wieder einmal warten und ja nicht mehr zu viel trinken, da die Zugstoiletten für mehrere Stunden geschlossen werden und den Zug verlassen darf man auch nicht! Nachdem die russischen Zollbeamten unsere Pässe kontrollierten und sie uns ohne mit der Wimper zu zucken zurückgaben, ruckelt der Zug 21.43 Uhr Irkutsk-Zeit (Lokal-Zeit!), also um 16.43 Uhr Moskau-Zeit über die Grenze. Nach 47 Minuten Fahrt erreichen wir den mongolischen Grenzbahnhof Suche Bator um 21.30 Uhr (Lokal-Zeit). Also 13 Minuten früher als wir auf der russischen Seite zur Lokal-Zeit abgefahren sind, da wir nun auch noch die Uhren um eine Stunde zurückstellen müssen wegen der Zeitzonenüberquerung. Immer noch alles klar? 😀 So! Das war jetzt das letzte Mal Moskau-Zeit. Juhe! Und gleich nochmals ein Juhe, da wir ab jetzt für lange Zeit in derselben Zeitzone verweilen werden!

Das ganze Grenzkontrollprozedere zieht sich ziemlich in die Länge und erst nach Mitternacht und dem erlösenden Toilettengang geht’s ins „Bett“. Nach ein paar Stunden Schlaf treffen wir frühmorgens in Ulan Bator der Hauptstadt der Mongolei ein, der kältesten und am weitesten vom Meer entfernten Hauptstadt der Welt!

„Welcome to Mongolia!“ Mit dieser Begrüssung von Delschma und ihrem Mann steigen wir ins Auto und brausen in deren Hostel Sunpath, das für fast 2 Wochen unsere Bleibe sein wird.


Kommentare

Transsib Irkutsk – Ulan Bator / Am Gänsesee entlang — 6 Kommentare

  1. Liebe Nadine lieber Manuel
    heute Abend habe ich alle eure Berichte gelesen. Ich bin beeindruckt. Das ist richtig spannend und ich bewundere euch für euren Mut. Ich wünsche euch für’s 2013 viele gute Begegnungen, eine robuste Gesundheit, das nötige Glück für eure Reisen und so weiter und so fort.
    Ich freue mich auf die Fortsetzung.
    Liebe Grüsse
    Cornelia+René

    • Alles auf einmal gelesen!? Wow nicht schlecht, dann haben dich die Beiträge ja gepackt, was uns freut. Im eben angebrochenen Jahr hatten wir schon viele gute Begegnungen und so soll es weitergehen. Auch Euch wünschen wir nur das Beste für’s 2013. Ja und unsere Fortsetzungen werden folgen!!! 🙂

  2. Eigentlich sollte ich schon lange in die Küche gehen, das Silvesteressen vorbereiten, aber ich verbleibe lieber bei euren interessanten Berichten und schönen Bildern.
    Prosit Neujahr, die besten und glücklichsten Wünsche fürs Neue Jahr euch Beiden. Bleibt gesund und geniesst das Reisen weiterhin ins Unbekannte! Ganz liebi Grüesslis
    VaMu

    • Gefällt uns! 😉 Hoffentlich konntest Du doch noch rechtzeitig das Silvesteressen vorbereiten! Wir wünschen Euch auch nur die besten Wünsche mit viel schönen Reisli und Ausflügen im neuen Jahr! Denken an Euch! Big Hugs

  3. Liebe Nadine, lieber Manu – schöne, farbenprächtige Bilder! Die Kälte kommt rüber. Danke.
    Für’s 2013 die besten Wünsche bei euern Reiseabenteuern!!
    Wir geniessen weiterhin den neuseeländischen Sommer und rutschen vor euch. 😉 Herzlich Daniela & Co

    • Hallo ihr Kiwis! Super schön von euch zu hören. Danke für die Blumen! Für euer „Auslandjahr“ wünschen wür euch auch nur das Beste. Wir sind nun definitiv auf dem Weg in den Süden und New Zealand ist ja ab China nicht mehr so Weit 😉 See you soon!

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