MaNa’s Bus-Hopping Tag!

MaNa's Bus-Hopping Tag

Oder, wie man am „schnellsten“ zu den Reisterrassen von Longji kommt!

Schweissnass, keuchend, hungrig und vollbepackt wie 2 Lastesel kraxeln wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit in den Reisterrassen von Jinkeng umher! Manu schimpft wie ein Rohrspatz über die wieder einmal „superlogische“ chinesische Wegbeschreibung… ! Was ist mit MaNa passiert? Doch von vorne…

In Xingping weilend entscheiden wir uns noch etwas anderes zu sehen als „nur“ Karstberge! Die sind unbestritten wunderschön, doch unser unruhiger „Backpacker-Geist“ treibt uns weiter! :-D In der Umgebung Guilins sind nämlich noch die berühmten Longji Reisterrassen zu bestaunen. Alle reden von den beiden “Reisterrassen-Bergdörfern” Dazhai und Ping‘an. Wir kriegen die Empfehlung nach Dazhai zu fahren, da noch untouristischer und authentischer als Ping‘an, und somit ist die Entscheidung schnell gefallen.

In aller Herrgottsfrühe, also absolut backpackerunfreundlich ;-) , besteigen wir um 07.55 Uhr den ersten Direktbus (25 RMB p.P.) nach Guilin, für die Anreise nach Dazhai.
Dies ist Bus Nr.1!
Xingping – Guilin

zwei Morgenmuffel unterwegs_IMG_0763
Unsere „Lieblingsstadt“ Guilin erreichen wir bereits um 10.35 Uhr am Busbahnhof im Stadtzentrum. Doch unser Bus der in die Reisterrassen geht, fährt von der Qintan Busstation ab, die sich aber am anderen Ende der Stadt befindet. Rasch hüpfen wir in einen Stadtbus (2 RMB p.P.) der uns dort hin bringt.
Dies ist Bus Nr.2!
Guilin Busbahnhof – Guilin Qintan Busstation

Kurz darauf steigen wir an der Qintan Busstation aus um gleich darauf, nach Kauf weiteren Bustickets nach Heping (21 RMB p.P.) in den nächsten Bus zu steigen. Und um halb zwölf geht die Fahrt auch schon wieder weiter!
Dies ist Bus Nr.3!
Guilin Qintan Busstation – Heping

Doch kurz vor 14 Uhr und kurz vor Heping, hält der Bus mitten auf der Strasse, wo wir mit ein paar anderen chinesischen Touristen ausgeladen werden, mit dem Verweis in den auf der Gegenfahrbahn wartenden Minibus umzusteigen. :-o So müssen wir nicht bis ganz nach Heping fahren. Denn von dort wären wir wieder einen Teil der Strecke auf demselben Weg zurückgefahren. „Wow! Das klappt ja wie am Schnürchen“, denken wir. Bevor wir aber einsteigen versichern wir uns noch, dass dieser Minibus auch tatsächlich nach Dazhai fährt. Die Ticketverkäuferin im Minibus bejaht (heftig nickend) als sie unser Zettel mit dem chinesischen Gekritzel (= Dazhai) sieht und verlangt 10 RMB.
Dies ist Bus Nr.4!
kurz vor Heping – Dazhai

“Endlich geht‘s definitiv nach Dazhai!“ denken wir, und unser knurrender Magen macht uns netterweise darauf aufmerksam, dass wir bis jetzt noch nichts Richtiges gegessen haben ausser Snickers und Bananen. Der Anstieg in die Berge beginnt. Die Fahrt ist ziemlich rucklig, da wir immer wieder Abschnitte befahren, wo sie die gewundene Strasse verbreitern und der Minibus über Schotter fahren muss. Dann kommt der erwartete Zwischenhalt beim Ticketoffice. Eine mürrische Dame tritt ein und wir „müssen“ das 80 RMB teure Ticket für die Reisterrassen kaufen. Doch auf einmal hält der Bus erneut auf der Weiterfahrt, diesesmal an einer Strassengabelung! Die Ticketverkäuferin gibt uns unmissverständlich zu verstehen, dass wir hier aussteigen müssen! Was Wie Wo?! Das ist doch ganz und gar nicht Dazhai?! Kaum rausgestolpert mit dem Gepäck braust der Minibus auch schon wieder davon!!! Mitten am Nachmittag stehen wir nun wie bestellt und nicht abgeholt an dieser Strassengabelung bei der Erlong-Brücke. Wir sollen hier auf einen Bus nach Dazhai warten hat sie uns noch gesagt! Na toll, die haben uns ja schön reingelegt! :-(
Auf dem unübersehbaren riesigen Strassenschild können wir lesen, dass es links den Berg weiter hinauf nach Ping‘an geht wo soeben „unser“ Minibus hinaufgebraust ist. Und geradeaus den Berg hinauf geht es weiter nach… ?Jinkeng Terrassen? „Ja und wo bitte schön geht es nach Dazhai?“ Zum Glück haben wir zuvor noch die Karte studiert und sind uns daher ziemlich sicher, dass Dazhai demnach in diesen Jinkeng Terrassen liegen muss! Da soll noch einer drauskommen mit den chinesischen Namensgebungen. Alle Busse die an uns vorbeibrausen fahren natürlich Richtung Ping‘an. Wir warten und warten und warten…

Warten, warten, warten_IMG_0833Tatsächlich kommt dann doch noch ein Bus der Richtung der Jinkeng Terrassen einbiegt. Wir zeigen wieder unser Gekritzel und bekommen wieder dieselbe Antwort wie zuvor im Minibus: „Yes yes! Dazhai Dazhai!“. „Ok!“ denken wir, dann wird dies ja nun sicher der „Richtige“ Bus sein. Ist ja klar, dass die Ticketverkäuferin dieses Busses nochmals 10 RMB pro Person will obwohl wir dies ja eigentlich schon bezahlt haben! Unsere Erklärungsversuche gehen ihr ziemlich am A… vorbei! Schliesslich sitzen wir ja jetzt in “IHREM” Bus. Zähneknirschend kramt Manu nochmals Geld hervor. Immerhin müssen wir schlussendlich nur 8 RMB pro Person zahlen. Unsere Gesichtsausdrücke haben wohl doch noch ihre Wirkung gezeigt! ;-)
Ach ja! Und dies ist übrigens Bus No.5 vom heutigen Tag!
Erlong Brücke – Jinkeng Reisterrassen (Dazhai!?)

Am späten Nachmittag erreichen wir ENDLICH das Eingangstor zu den Reisterrassen von Jinkeng. Wie wir später erfahren, ist das immer genannte Dazhai nicht der Name dieser Gegend sondern der Name eines Dorfes in den Jinkeng Reisterrassen. Und die Reisterrassen von Longji, wo wir so „schnell“ hingekommen sind, setzen sich zusammen aus den Gegenden von Ping’an und Jinkeng. Und es gibt übrigens noch eine dritte Gegend die ebenfalls Longji heisst, wie alle drei Gegenden zusammen! Aha! Jetzt ist alles klar! :-D ;-)
Mit unseren grossen Rucksäcken auf dem Buckel, den Kleinen an der Brust und noch je eine Tasche in der Hand (ja, wir schleppen unsere grünen Taschen immer noch rum… ) machen wir uns auf die Suche nach dem Weg zu unserem Hostel. Den weitläufigen Hügel hoch, mit den bis an den Horizont reichenden, nebelverhangenen Reisterrassen. Gemäss der chinesischen Wegbeschreibung 45 Minuten vom Eingangstor entfernt, bergauf versteht sich!

Und rauf gehts auf den Hügel_P1020028
Immer noch nichts Richtiges im Bauch erklimmen wir hungrig den Hügel entlang des Weges zwischen den Häusern und Reisterrassen hindurch und… biegen bei einer Weggabelung prompt falsch ab!

Hier kommen wir wieder zum Anfang der Story!
Wie wir fluchend feststellen haben wir den richtigen Weg verpasst! Sieht zwar schön aus, aber wir sind hier falsch!

schön, aber hier sind wir falsch_P1020020Na dann halt einen grossen Teil des Weges wieder runter bis zur Weggabelung! Auf der anderen Seite des Hügels kämpfen wir uns erneut Schritt für Schritt den Hang empor! Dank der „superlogischen“ chinesischen Wegbeschreibung erreichen wir zum Glück doch noch vor Sonnenuntergang, klatschnass und keuchend unser “Berg-Youthhostel” mitten in den Reisterrassen. Yaaiiiii Tschagga! Wir haben‘s geschafft! Und das Hostel entschädigt uns wirklich für den anstrengenden Aufstieg. Es liegt total idyllisch zwischen den Reisterrassen und ist vergleichbar mit einer grösseren Schweizer Berghütte. Alles ist aus Holz gebaut und sehr gemütlich. In der Abenddämmerung können wir von unserem rustikalen Zimmerchen noch einen ersten Rundum-Panoramablick auf die Reisterrassen erhaschen.

Unser rustikales Zimmerchen mit den Panoramafenstern..._IMG_0766und die Aussicht auf die Reisterrassen_ P1020872Und dann ist es endlich soweit, wir bekommen an diesem langen Tag doch noch etwas Richtiges zwischen die Zähne und fallen pappsatt ins Bett.


Kommentare

MaNa’s Bus-Hopping Tag! — 2 Kommentare

  1. Hallo MaNa
    Da hatte ich es gemütlicher, wohl eher auf der touristischen Seite der Reisterrassen. Dort stehen nämlich am Carparkplatz dutzende von Trägern, die 30 Dollar verdienen möchten. So wurde ich mit einer Sänfte nach oben getragen. Ich hatte zwar Erbarmen mit den beiden Trägern. Zweimal wurde Halt gemacht und jeder wollte eine Cola trinken, versteht sich, dass ich die bezahlt habe, oder?
    Ich wünsche euch beiden noch viele herrliche Erlebnisse. Uebrigens, vom Schauspiel auf dem Wasser haben wir eine DVD.
    Liebe Grüsse Irene

    • Liebe Irene! Wir wussten gar nicht, dass ihr auf Eurer China-Reise auch in Pin’an und Yangshuo wart! Die DVD schauen wir uns gerne mal nach unserer Rückkehr an! Wir haben uns noch gefragt, wer sich wohl mit der Sänfte hochtragen lässt! ;-) Aber Du gehörst ja zu den leichten “Kaliber”, da hatten die Träger ja nochmals Glück! :D ;-)

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