Ein Tag auf dem Soziussitz

Ein Tag auf dem Soziussitz

In Hue, der ehemals historischen Hauptstadt in Vietnam und Sitz der letzten Kaiser, wartet viel Kultur auf uns! Wir quartieren uns in einem etwas besseren Hotel ein und geniessen, nach der eher einfachen „Liege“ in der Pepperhouse-Homestay, ein gutes und bequemes Bett!! Auch das im Zimmerpreis inkludierte, leckere Frühstücksbuffet ist nicht zu verachten und wir können uns endlich wiedermal den Bauch vollschlagen! Manu lässt sich dies natürlich nicht 2x sagen und geniesst sein ausgedehntes Frühstück in vollen Zügen! :-)

In Hue ist es sehr drückend, tropisch heiss und wir schleppen uns zu Fuss dem Parfümfluss entlang (ist ein stinknormaler Fluss… der heisst nur so!) und schauen uns die grosse Zitadelle an, wo früher der Kaiser mit seinen vielen hunderten Konkubinen und Eunuchen in der purpunen verbotenen Stadt lebte. Einmal im Palast drin gab es keine Rückkehr mehr für die Frauen. Immerhin konnten sie sich in der weitläufigen Anlage wenigstens verstecken… ;-)

Einer der vielen Bewacher in der Zitadelle von Hue_ P1030537Kunstvolle Steinbildhauer Arbeiten_P1030552Die ganze Anlage ähnelt ein wenig der verbotenen Stadt in Peking und unser Verdacht wird bestätigt als wir lesen, dass die verbotene Stadt in Peking als Vorbild diente! Sie wird momentan restauriert und einiges war leider hinter Baugerüsten „versteckt”.

Fleissige Hände restaurieren die alte Mauer_P1030589Eine Ecke hat uns aber besonders gefallen, wo sich in einem liebevollen Park hunderte von Bonsais ein Stelldichein geben.

Der liebevolle Bonsai-Park..._P1030580wird von geduldigen Gärtnern gehegt und gepflegt_IMG_2474Soviel Geschichte und Kultur macht hungrig und so folgen wir dem Rat unseres LOOSE-Reiseführers und suchen das mittlerweile sehr bekannte „Strassenrestaurant” von Lac Thanh auf! Der Besitzer ist taubstumm und kocht allerlei Hue typische, königliche Köstlichkeiten für seine Gäste und hat ausserdem einen unschlagbaren Charme! :-) Der Schlawiner schwatzt uns dann auch gleich noch eine 1-tägige Motorradtour auf!

Anderntags pünktlich um 08.00 Uhr stehen Lac’s Neffe Hai und dessen Kollege Tay mit ihren Motorbikes vor der Hoteltür. Die An Quang-Pagode ist nach wenigen Kilometern unser erster Stopp und ist schön anzusehen. Hier lebte der Mönch Thich Quang Duc, der am 11. Juni 1963 mit einem Austin Martin nach Saigon (heute Ho Chi Minh) fuhr, um sich dort selber zu verbrennen, als Protest gegen das Ngo Dinh Diem-Regime welches den Buddhismus diskriminiert und für religiöse Freiheit. Genau dieser Austin ist dort zu sehen was ein ziemlich bedrückendes Gefühl hervorruft.

In der An Quang Pagode steht der Austin..._ P1030611mit dem Thich Quang Duc zu seiner Selbstverbrennung fuhr_P1030613Nach zwei weiteren Pagoden besichtigen wir die Grabstätte von Lang Minh Mang, eines der vielen Kaisergräber rund um Hue. Eigentlich ist es mehr ein Park bei dem die verschiedenen Bauten auf einer 700 Meter langen Achse angegliedert sind, welche sich durch die gesamte Anlage erstreckt. Die Fahrt geht weiter!

Auf voller Fahrt geniesst Nadine den Fahrtwind_IMG_2537Als Erfrischung statten wir den Elephant-Springs einen Besuch ab, eine natürlich Quelle mit mehreren Pools, die an diesem Tag (es ist Sonntag) mit Vietnamesen schon gut gefüllt sind. Manu wagt trotzdem einen Sprung ins kalte Nass! :-P

Am Sonntag bei den Elephant-Springs..._IMG_2560geniessen die Vietnamesen das planschen im kühlen Nass_IMG_2558
Nach dieser Abkühlung heisst es Festhalten! Die rasante Fahrt geht südwärts weiter der Küste entlang in Richtung Wolkenpass! Zwischendurch noch einen kurzen Lunchstop am Meer und schon sehen wir den Hai Van-Pass oder auch Wolkenpass genannt, von weitem! Der Wolkenpass bildet die natürliche Grenze zwischen Nord- und Südvietnam und war im Krieg schwer umkämpft. Daher findet man dort auch Überreste von Bunkeranlagen.
Die Fahrt hoch auf den Pass (496 m) hat es in sich! Die Luft wird merklich frischer und das Panorama immer spannender! Mit doch schon leicht „schmerzenden“ Popos kommen wir an unserem Ziel an und haben unglaublich GLÜCK! Die vielen Wolken, die normalerweise die Sicht versperren und dem Pass den Namen geben, verschwinden für eine kurze Zeit und wir erhalten klaren Blick auf beide Seiten! Die wolkenlose Zeit genügt gerade mal um einige Blicke zu erhaschen aber nicht um die Kameras zu zücken. *Sniff*

Anfahrtsstrasse auf den Wolkenpass_IMG_2594Die namengebenden Wolken beginnen die Bunkeranlagen zu verhüllen_IMG_2605Wir auf der Grenze. Links Süd-, rechts Nordvietnam_IMG_2612Unsere Fahrer bringen uns sicher wieder den Pass herunter zu einem kurzen „Boxenstopp“ am Lang Co Beach! Der Tag neigt sich aber doch schon langsam dem Ende zu und daher wollen wir uns möglichst bald auf die lange Rückfahrt nach Hue machen, um nicht im Dunklen auf Vietnams Strassen hinten auf einem Motorrad hockend durch den chaotischen Verkehr zu fahren. Die Fahrt zieht sich aber in die Länge und so erreichen wir Hue doch erst im Dunklen.

In Hue empfängt uns ein grinsender Lac und wir können diesem Schlitzohr fast nicht böse sein, da er ja nicht wie versprochen mitkam! ;-) Noch ein schnelles Abschiedsfoto und Bedankung bei Hai und Tay die uns sicher durch den Tag brachten und „schon“ stehen wir nach 12 Stunden und 192 km auf dem Soziussitz wieder vor unserem Hotel!

Abschiedsfoto mit unseren Fahrern Hai und Tay, sowie dem posenden Lac_TIMG_2642Der Tag war ausnahmslos spannend und hat sich gelohnt… Doch nach der Erfahrung mit dieser Motorrad-Tagestour verwerfen wir ziemlich schnell unsere Idee eine mehrtägige Tour mit den bekannten Easy-Rider von Vietnam zu unternehmen. Wieder auf dem Soziussitz versteht sich! ;-) Denn zu stark schmerzen unsere Glieder, Nacken, Köpfe, Popo’s… nach nur schon diesem einen Tag…!

Ja wir werden halt auch nicht jünger! :-)

 


Kommentare

Ein Tag auf dem Soziussitz — 2 Kommentare

  1. Ja ja, das kenne ich! Nach über 2200km Motorradfahren in Nordvietnam war mein Po auch im Arsch!! Vietnam ist ein schönes Land und genießt Hoi An – Ich empfand es als die \”Perle von Vietnam\”! Dort werdet ihr bestimmt in den nächsten Tag eintrudeln!
    Mit sonnigen Grüßen
    Jens

    • 2200km sind auch nicht schlecht! ;-) Hätte uns wirklich sehr gereizt noch mehr von Vietnam auf dem Motorrad zu entdecken…aber eben! (Haha ja der ist gut, Po im Arsch… )
      Hoi An zog auch uns in den Bann und wir kamen kaum los, zum Glück haben wir alle Zeit der Welt! ;-)
      Wenn Du das liest, ist wohl Deine 1. Multivisionsshow in Sossenheim schon vorüber, war bestimmt ein grosser Erfolg!

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