Bei den Black-Hmong-Women von Sapa

Bei den Black-Hmong-Women von Sapa

Unser erster Ort den wir in Vietnam ansteuern heisst Sapa ganz oben im Norden! Nach dem Marsch von China über die Grenze, stürzen WIR uns ausnahmsweise mal auf ein Taxi (sonst gehen wir ja immer zu Fuss!). Der vietnamesische Taxifahrer scheint uns freundlich und ehrlich gesinnt! Viel Unehrenhaftes haben wir doch im Vorfeld über die vietnamesischen Taxifahrer gehört und gelesen… Doch unsere ersten Schritte in Vietnam fangen gut an! Er bleibt bei unserem per Handschlag vereinbarten Preis was uns freut. :-) Die knapp 45-minütige (sehr!) kurvige Fahrt hoch ins touristische Bergstädtchen Sapa (1600m) ist abwechslungsreich und gibt schon einen ersten Einblick in die (noch unverbaute) sattgrüne Reisterrassen-Berg-Landschaft die uns in den nächsten Tagen erwartet! Wir entdecken gottseidank auch keine Seilbahn!!! (Sorry liebe Chinesen, dieser Seitenhieb musste einfach noch sein! ;-) )

In unserer 1. vietnamesischen Unterkunft eingecheckt suchen wir mit einem riesen Hunger erstmals ein Restaurant wobei die Suche nicht lange verläuft. Dutzende Restaurants und Hotels reihen sich in Sapa aneinander. Auch hier haben wir Glück mit unserer Wahl (dem Restaurant Panorama) und glauben es kaum als man uns mit einem freundlichen LÄCHELN den Tisch zuweist und uns äusserst aufmerksam bedient! Die Chinesen könnten sich ruhig mal ein Beispiel an ihren Nachbarn nehmen! ;-) Und das delikate 5 Gänge Menü für 6.50 CHF war SUUUPER lecker.

Das Zentrum von Sapa mit Kirche, Dorf- und Volleyballplatz_ IMG_1901Gestärkt und ausgeruht besichtigen wir am nächsten Tag das Bergstädtchen und schlendern durch die Gassen, Markstände UND… westlichen Touristen! So viele Langnasen auf einmal haben wir auf unserer Reise bisweilen noch nie gesehen! Wir müssen uns zuerst wieder an diesen Anblick gewöhnen! :-D

Da Manu mittlerweile schon einen ziemlichen Vorhang im Gesicht hat (letzter Friseurbesuch war vor der Abreise!!!) steuern wir den erstbesten Hair-Salon an! Die Dame schnippelt wie wild und am Schluss kriegt er dann sogar noch das Messer an die Kehle gehalten!

Nicht bewegen, nicht bewegen!..._IMG_1571Dafür zahlt er dann „unverschämte“ 4.65 CHF! Nadine darf dann auch noch herhalten und mit neuen „Friesen“ :-o ist man doch gleich besser gewappnet für Abenteuer in Vietnam, oder?

und dann ist Nadine an der Reihe_IMG_1579Es dauert nicht lange bis wir die Bekanntschaft mit den ansässigen farbenfrohen, ethnischen Minderheiten von Sapa machen. Die geschäftigen Black-Hmong-Women und die etwas scheuen Red-Dzao buhlen um die Gunst der Touristen und versuchen ihre Ware zu verkaufen. Die Black-Hmong stellen sich dabei besonders geschickt an und die meisten sprechen ausserordentlich gut Englisch! Doch bei uns beissen Sie auf Granit, wir kaufen doch nie Souvenirs! ;-)

Die Black-Hmong-Women verkaufen aber nicht nur Souvenirs, nein, sie möchten Dir noch viel lieber ihre Village zeigen und mit Dir eine Wanderung machen! Am Anfang war für uns klar, dass wir eine Tour über unser Hotel buchen aber dann machen wir die Bekanntschaft mit Ger, Shon und Mama-Tee! Mit ihrem Charme wickeln sie uns um ihren Finger und ehe wir uns versehen haben wir uns für eine 2-tägige Wanderung mit Übernachtung in Mama-Tee’s Haus verabredet! :-) Ihr Büchlein mit lobenswerten Einträgen von vorangegangenen Gästen aus aller Welt (auch in Schwizerdütsch geschriebene) und ihre Argumente haben uns schlichtweg überzeugt! Eine authentische Wanderung in einer kleinen Gruppe zu ihrem Dorf die nicht von den übrigen Touristen-Gruppen angesteuert wird. Plus unser Geld kommt direkt zur lokalen Bevölkerung und wird nicht wie bei den anderen buchbaren Touren grösstenteils zwischen dem Tourguide, Hotel und Reisebüro aufgeteilt…

Ready für unser Trekking-Abenteuer mit den Black-Hmong-Ladies marschieren wir zum verabredeten Ort. Die Überraschung ist gross als wir noch auf 2 Australier (Sam und Annie) und eine Französin (Gale) treffen die uns begleiten, allerdings nur für einen Tag.

Unterwegs! Hinten links Sam und Annie und vorweg Gale_IMG_1644Die Wanderung ist sehr abwechslungsreich und nach einem langgestreckten Anstieg entfaltet sich das ganze Tal vor uns. Der Blick auf die Hügel, Reisterrassen und am Horizont auf den Fansipan (3143m) dem grössten Berg von Vietnam, ist schlicht umwerfend!

Fernblick auf den Fansipan_P1030083Auf der ganzen Wanderung sehen wir keine anderen Langnasen! Ger, die am besten Englisch spricht (fast schon besser als wir!!) erzählt uns viel von der Umgebung und beantwortet jede Frage geduldig.

Ger zur Linken und Shon zur Rechten_IMG_1640Auf dem Weg gesellen sich noch zwei weitere Ladies zu uns_IMG_1649Dann erreichen wir das Dorf von Ger, Shon und Mama-Tee! An einen Hang geschmiegt verteilen sich ein dutzend Häuschen und viele Hühner, Schweine, Hunde, Katzen und Gänse rennen umher! Was für ein idyllischer Ort! Zum Entzücken der weiblichen Teilnehmer hat jede erwähnte Tierart gerade auch noch Babys „jööö“ :-D

Nach dem äusserst schmackhaft zubereitetem Mittagessen mit frischen Pilzen, Wasserspinat, Bambussprossen, Tofu und Reis verabschieden wir uns von den anderen 3 die per Motorbike-Taxi wieder nach Sapa zurückfahren. Wir aber erkunden das Minoritäten-Dorf und geniessen die Abendstimmung mit den vielen „Dschungel-Geräuschen“ um uns herum. Es zirpt, es quakt, es gackert, es zwitschert, es muht, es bellt, es kräht…

Unglaublich dieses Naturkonzert!

Im Dorf von Ger, Shon und Mama-Tee_P1030139Das Haus von Mama-Tee..._IMG_1773wo Papa-Tee gerade den Bambuszaun repariert_IMG_1763

„Vor dem Haus von Shon wird tüchtig gearbeitet! In Handarbeit, auf antiker Nähmaschine, entsteht gerade ein Kissenüberzug aus Stoff, den die Black-Hmong selber mit Indigo färben.“

Manu wagt noch einen erfrischenden Sprung ins kalte Wasser eines nahegelegenen Wasserfalls und schon heisst es wieder Abendessen! Mit der ganzen Familie sitzen wir zusammen und erst später treffen auch noch Papa-Tee und sein Kollege ein, die schon ziemlich angeheitert sind! *hicks* Das magische Wort heisst Happy-Water! 8-) Und ehe wir es uns versehen, haben wir schon 2 Gläschen vor der Nase, gefüllt bis zum Rand mit selbst gebrautem Happy Water (Reiswein)! Na dann Prost!! Das ganze zieht sich ziemlich hin und je schneller man austrinkt umso schneller wird wieder aufgefüllt! Das merken wir dann auch irgendwann mal und nach dem 5. / 6. Gläschen nippen wir nur noch daran! :-D

Dann heisst‘s ab in die Heia. Wir kuscheln uns in unsere Seidenschlafsäcke auf dem knarrenden Bett umringt von einem Moskitonetz, welches hoffentlich alle krabbeligen Insekten und dergleichen von uns abhält… in diesem Haus mit „natürlicher Air-Condition“! Noch kurz dem „Dschungelkonzert“ zugehört schlummern wir schon bald friedlich vor uns hin.

Unsere Heia am nächsten Morgen_IMG_1751Am 2. Tag wandern wir nur zu viert weiter mit Ger und Shon und verabschieden uns von Mama-Tee und Papa-Tee!

Papa-Tee, Mama-Tee, Ger und Shon mit uns. Es stehen übrigens alle!_IMG_1772Wieder führt uns die Wanderung durch wunderschöne Reisterrassen und Felder wo wir viele Büffel und Bauern bei der Arbeit sehen.

Wanderung durch Reisterrassen..._P1030199Bauern am Mais pflanzen..._IMG_1811und hungrige Büffel bei der Arbeit_IMG_1817Ger und Shon führen uns auf die andere Seite des Tals wo wir dann auch die anderen Touristen-Gruppen erblicken (hierher gewandert durch gebuchte Touren über Hotel’s) die sich alle im selben Dorf aufhalten. Wow was für ein authentisches Erlebnis! ;-) . Von diesem Dorf heisst es dann auch Abschied nehmen von unseren liebgewonnenen Black-Hmong-Guides. Auf einer rasantwindigen Fahrt bringen uns 2 Motorbike-Taxifahrer zurück nach Sapa wo wir uns auf eine Dusche freuen!

Diese 2-tägige Wanderung hat sich mehr als gelohnt!

Wir sind sehr froh, dass wir auf unser Bauchgefühl hörten und uns für eine Tour mit den Black-Hmong-Women von Sapa entschieden haben! :-D

 


Kommentare

Bei den Black-Hmong-Women von Sapa — 9 Kommentare

  1. Servus!
    Hammer, was Ihr da von eurer Tour abseits der Touristenpfade erzählt!
    Muss man da einfach Glück haben, dass man von den Black-Hmong angesprochen wird, oder gibt\\\’s irgendwie Anlaufstellen an denen man solche Touren ohne Hotel etc buchen kann?
    Viele Grüße

    • Hallo VaLe! Sorry für die späte Antwort! Unser “Reisesouvenir” hält uns ziemlich auf Trab! ;-) In Sapa ist es ganz einfach solche Touren mit den Black-Hmong zu organisieren! Man wird nämlich dauernd von Ihnen angesprochen! ;-) Man hat die Wahl zwischen den Touren zu den Black-Hmongs die in den Hostels/Hotels angeboten werden oder man geht direkt mit den Black-Hmongs mit! :-) Einfach nicht abschrecken lassen wenn sie Dir im Hostel davon abraten, es sei illegal ect..Stimmt alles nicht. Wir haben den Entscheid nicht bereut! Viel Spass in Vietnam!

  2. Pingback: Vietnam: die schönsten Ziele und Routen › Vietnam › Faszination Südostasien

  3. Es freut uns das es euch in SaPa gefallen hat und vor allem das der Weg dorthin sich als unproblematisch erwiesen hat! ;-) Und um das tolle Wetter seid ihr wirklich zu beneiden! Unser Aufenthalt wurde damals vom regen begleitet. Wandern unmöglich. Und wenige Tage nach verlassen, ein Erdrutsch, bei dem leider 8 Menschen ums Leben kamen.

    • Der Schock blieb uns zum Glück bislang erspart! ;-) Die Spannung ist immer noch da und wir versuchen trotzdem nicht mit rosa Brille durch Vietnam zu reisen, man kann ja nie wissen! 8-)

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