Ab ins Dunkle!

Ab ins Dunkle!

Unser Reiseweg führt uns von Dong Hoi in einer 45 minütigen Taxifahrt weiter zur einfachen aber gemütlichen Pepperhouse-Homestay am Rande des Phong Nha Ke Bang-Nationalpark, eines der vielen UNESCO Weltkulturerbe in Vietnam. Bei der liebenswürdigen Gastgeberin Diem und ihrem australischen Freund Muudi fühlen wir uns gleich total wohl!

Idyllisch liegt die Pepperhouse Homestay zwischen den Reisfeldern_IMG_2437Diem ist gut im Wischen aber noch besser im Managen der Homestay_IMG_2432
Die Gegend ist noch nicht SOOO touristisch erschlossen und hat darum auch noch nicht so viele Unterkünfte zu bieten. Die bekannteste ist die Phong Nha-Farmstay die praktischerweise nur 15 Fahrradfahrminuten von unserer Unterkunft entfernt ist. Darum statten wir ihnen einen Besuch ab und geniessen ein erfrischendes Bad im Pool (Ja die haben einen!) oder beobachten den wunderschönen Sonnenuntergang mit den all so bekannten sattgrünen vietnamesischen Reisfeldern im Vordergrund…

Es steht bei uns aber nicht nur „planschen“ auf dem Programm! Die Phong Nha-Farmstay ist auch bekannt für ihre grandiosen aber nicht ganz günstigen Touren in den Nationalpark, deren weltberühmten Höhlen Forscher und Touristen aus der ganzen Welt anlocken!

Erst vor einigen Jahren wurde genau in diesem Nationalpark die weltgrösste Höhle entdeckt namens Hang Son Doong! Für die Öffentlichkeit ist Sie leider noch nicht zugänglich. Wie uns aber Muudi mit glänzenden Augen erzählt, sollen als Pilotversuch „73 Tickets“ zu 3‘000 USD verkauft werden um Erfahrungen zu sammeln, ob und wie diese Höhle zugänglich gemacht werden kann. Die ganze „Tour“ in die 56km (!!) lange Höhle würde mit einem mehrtägigen Training in anderen Höhlen (inklusive Klettertraining) 1 Woche beanspruchen. Diese Tour würde sich mehr als lohnen, sollen doch in gewissen Abschnitten der Hang Son Doong-Höhle die Liberty von New York oder gar ganze Wolkenkratzer Platz finden. Plus verbirgt sich noch ein unterirdischer Fluss und ein kleiner “Regenwald” darin! :-o

Tour in die Phong Nha-Höhle und die Dark Cave

Wir entscheiden uns für eine „kostengünstigere“ Variante und buchen eine Tagestour in die nun 2. grösste Höhle in Vietnam, die Phong Nha-Höhle sowie in die Dark Cave wo wir im unterirdischen See nur mit Badehose und Stirnlampe bewaffnet uns einen Schwumm genehmigen!

In die Phong Nha Höhle geht es per Boot..._IMG_2269und danach zu Fuss durch Kammern und Tunnels..._IMG_2213an riesigen Tropfsteingebilden vorbei_P1030502
Allein diese 2 Höhlen beeindrucken uns extrem und eine Steigerung können wir uns gar nicht vorstellen. Aber da waren wir ja auch noch nicht in der Paradise Cave!!!

Tour in die Paradise Cave

Als absolutes Highlight wird eine 7 km Underground Trekking Tour in die Paradise Cave angepriesen deren Gesamtlänge von 31 km auch nicht zu verachten ist! Wir können nicht widerstehen und buchen die Tour. Ausgestattet mit einem sexy Vietnam-Militärdress, Schuhen und Stirnlampe sind wir bestens ausgerüstet.

Achtung! Sehen wir nicht sexy aus_IMG_2284
Die ersten 300 Meter der Höhle sind ausgeleuchtet und auch zugänglich für die anderen Besucher und man spaziert über einen Holzsteg an riesigen Stalagmiten, Stalaktiten, Stalagnaten (Tropfsteinsäulen), Sinterfahnen, Sinterbecken, an filigranen Sinterröhrchen und anderen Höhlenformationen vorbei.

Ein letzter Blick zurück zum Eingang der Paradise Cave oberhalb des Holzsteges_ IMG_2428Dann geht es rein in die Höhle im beleuchteten Teil_IMG_2429Während die anderen Besucher am Ende des Holzsteges wieder umdrehen müssen geht es für uns weiter immer tiefer in die Höhle hinein in die vollkommene Dunkelheit und Stille! Das Erlebnis kann kaum in Worten beschrieben werden und es zeichnet sich jetzt als eines unserer Top Highlights in Vietnam ab, wenn nicht gar auf unserer ganzen Reise!

Dann geht es für uns über 3km weiter ins Dunkle_IMG_2391Der Weg führt uns einmal über moosweichen Boden, dann wieder scharfkantige Kalkformationen oder Felsen. Eine Kammer reiht sich an die andere deren Dimensionen ganz unterschiedlich sind. In den einen können wir problemlos mit der Stirnlampe die Enden erhellen, wo wir aber gegenüber anderen kaum ein Ende, geschweige deren Decken sichtbar machen können. So unterschiedlich gross sind die einzelnen Kammern! Durch den Lichtkegel fällt es einem leicht, sich auf das gerade Angeleuchtete zu konzentrieren und deren über Jahrtausende entstandenen Gebilde in der Form zu bestaunen. Auch die Farben werden nur durch das Licht sichtbar und sind erstaunlicherweise sehr vielfältig.
Auch einigen Höhlenbewohner wie handgrosse Spinnen, Tausendfüssler oder seltsamen Grasshüpfern begegnen wir, die Licht nur von den Touristen her kennen. Die Übergänge von einer Kammer zur nächsten sind verhältnismässig eng und wir klettern über Felsen, kraxeln an schlammigen Hängen entlang oder schlängeln uns durch „Stalagmiten Wälder“. Ein Übergang ist sogar nur mit einem Ruderboot zu meistern in dem wir unter der tief hängenden Felsdecke hindurch gondeln. Gruselig die Vorstellung was sich da unter dem Wasserspiegel alles verbergen könnte, Fasziniert von der Möglichkeit dass wir so was erleben dürfen und zugleich beklemmend im Wissen, welche unbeschreiblich grosse Masse an Fels und Gestein gerade über unseren Köpfen hängt.

Der Weg führt uns unter tiefhängenden Decken und lehmiger Untergrund...__IMG_2388zum Durchgang in die nächste Kammer der nur per Boot zu bewältigen ist_IMG_2379

Nach 3.5 km in der Tiefe der Höhle erreichen wir den einzigartigen Ort in der Höhle wo durch eine Öffnung in der Decke Tageslicht eine GIGANTISCHE Kammer erhellt. Wir kommen genau zum richtigen Zeitpunkt dort an! Nur knapp 1h scheint die Sonne um die Mittagszeit durch das riesige Loch und es sieht absolut magisch aus! Ehrfürchtig das Tageslicht geniessend schauen wir aus rund 100 Meter Tiefe aus dem „Erdinnern“ heraus. Genial! Auch ein deutsches Pärchen, das uns begleitet ist sprachlos!

Blick aus 100 Meter Tiefe ins Tageslicht_IMG_2328

Nachdem wir dort unseren Mittagslunch eingenommen haben geht es schon wieder zurück bis wir nach 3.5km wieder am Holzsteg ankommen wo uns die Touristen schmunzelnd und etwas ungläubig anstarren! Wir geben wirklich ein lustiges Bild ab! :-P Ziemlich verschwitzt mit schlammigen Schuhen, gekleidet von Kopf bis Fuss im Militärdress und der Stirnlampe auf dem Kopf!

Zurück in unserer Pepperhouse Homestay berichten wir mit glänzenden Augen über unser Höhlen-Abenteuer…

 


Kommentare

Ab ins Dunkle! — 2 Kommentare

  1. Pingback: Die Caves von Đồng Hới – Reisehüpfer

  2. Hallo ihr Höhlen-Forscher!
    Euer gigantisches Höhlen-Erlebnis erinnert uns an den mit der ganzen Familie erlebten Höhlen-Trip im April 2006 ins Höllloch, anlässlich dem runden Geburtstag von Monika.
    Schon dort hast du Manulitto mit weiteren Höhlen-Erkundungen geliebäugelt! Der Höhlen-Forscher-Rucksack von Hick ist immer noch bei uns auf dem Estrich, bereit für weitere Höhlen-Abenteuer! Für eure oberirdische Weiterreise viel Glück!
    Ma Monika + Pa Urs

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